"Französische Spitzen"

Als Vorläufer der Französischen Festwochen hat die Galerie Kyra Maralt drei französische Künstler - Moris Gontard, Yanik Pen'Du, Xavier Delerue - und damit drei unterschiedliche Positionen in der Malerei in ihr Programm aufgenommen. Die Ausstellung entstand im Austausch mit einer Galerie aus Quimper, Bretagne.
Schon der Titel der Ausstellung verspricht Ein- und Durchsichtiges. So zum Beispiel von Moris Gontard, der sich temperamentvoll in Farbe, Strich und Abstraktion den zarten Banden zwischen Seerose, Libelle und Wasserspiel widmet. Seine Seerosenbilder (Nymphéas) sind eine Hommage an die Impressionisten. Gontard (Abb.) Aber anders als diese, löst er Blatt- und Blütenformen nicht auf, sondern komponiert sie vereinzelt detailliert vor dem tiefen Blau des Wasserspiegels. Gontard zerschneidet Elemente aus Holz, Pappe und gehärteten Farbschichten und fügt sie häufig als kleine, glänzende, fremd wirkende Extras in seine Bilder ein. Seine Serien verbinden landschaftliche Themen mit der Leidenschaft atmosphärischer Spannung. Moris Gontard, in Nantes geboren und in Paris lebend, versteht seine Malerei als mit Messer, Pinsel, Schwamm und Bürste festgehaltene Erinnerungen, als eine Poesie des Zufälligen. Gontard, bereits 1978 zum ersten Mal auf der Biennale von Venedig, hat an allen wichtigen französischen Salons und europäischen Messen teilgenommen und bereits über zweihundert Ausstellungen realisiert. Zu sehen sind seine Arbeiten u.a. im Pariser Musée d'Art Moderne.
Delerue (Abb.)Xavier Delerue, Realist durch und durch, zwischenzeitlich auch Wahlberliner, stellt seine Reihe der "Berlin-Bilder" vor. Eindrücke, die oft nur der "Etranger" mit seinem genauen Blick wahrnimmt, verblüffen den Betrachter seiner Werke. Die so typischen Treppenhäuser mit Kamin, farbig gekachelt offenbaren das Flair der Berliner Häuser, und lassen das Alltägliche in ganz neuem Licht erscheinen. Der kleine Junge, der versunken auf dem Treppenabsatz sitzt, ist der Protagonist seiner Bilder, und nicht das Brandenburger Tor oder die Straße unter den Linden. Delerue hat den Anspruch Anekdoten in ihrem ursprünglichen Sinne zu malen. Seine Sujets sind umgesetzt wie ein Finger, der zeigt ...
nach oben Pen'Du (Abb.)Der dritte Künstler dieser stilistisch kontrovers angelegten Ausstellung ist Yanik Pen'Du- der Mystiker. Symbole ästhetischer Urkraft (Fisch, Pferd, Stier) verschmelzen mit Materialien natürlichen Seins (Seil, Holz, Stein) zu Arbeiten mit elementarer Ausstrahlung. Das reduzierte symbolistische Zitat steht bei Pen'Du gleichzeitig im Dialog mit klaren geometrischen Formen. Dies offenbart sich sowohl in seiner präzisen Grafik, als auch auf der Leinwand. Weich und strukturbetont aufgetragene Gelbtöne öffnen zusammen mit schwarzen und blauen Flächen ein getragenes Spiel zwischen elfenhafter Leichtigkeit und runengleicher Tiefe. Pen'Du lebt und arbeitet in der Bretagne.